Böse Schafe
von Katja Lange-Müller
- mit
-
- Johanna Marx
- Spieldauer
- 75 min
- Regie
- Nils Daniel Finckh

Katja Lange-Müller
BÖSE SCHAFE. Monolog. Dramatisierung von Johanna Marx.
West-Berlin in Zeiten revolutionärer Umbrüche, 1987: Soja, gelernte Setzerin, Republikflüchtling, Aushilfsblumenhändlerin mit weitem Herz, verliebt sich in den schweigsamen, kriminellen Junkie Harry. Nichts kann ihre Liebe erschüttern. Und es gibt vieles, das sie zu erschüttern droht: Raubüberfälle, Lügen, Drogen, Aids. Bis zu seinem jammervollen Tod hält sie mit aller Kraft an ihrere Liebe fest. Jahre danach bleibt ihr nur ein Schulheft mit undatierten Einträgen. Hierin versucht sie ihren Gefühlen auf den Grund zu gehen und die Leerstellen zu füllen, die Harry hinterließ. Genau 89 Sätze, in denen er festhielt, was ihn beschäftigte, während er mit Soja zusammen war. Vieles kommt vor, eine fehlt. Soja.
Mit literarischer Fertigkeit und sprachlicher Reflexion läßt Katja Lange-Müller Soja die Geschichte ihrer großen Liebe erzählen, die den Tod überdauerte. Ein unsentimentaler, starker Monolog über die Liebe und die Frage, ob sie erwidert werden muß, um erfüllt zu sein.
Katja Lange-Müller wurde 1951 als Tochter einer SED-Funktionärin in Ostberlin geboren. Von der Schule wegen "unsozialistischen Verhaltens" verwiesen, machte sie eine Lehre als Schriftsetzerin, arbeitete später als Hilfspflegerin auf psychatrischen Stationen und verließ die DDR 1984, fünf Jahre vor dem Mauerfall. Heute lebt sie wieder in Berlin. Neben zahlreichen Preisen (u.a. Ingeborg-Bachmann-Preis) und Ehrungen wurde BÖSE SCHAFE 2007 für den deutschen Buchpreis nominiert.
Johanna Marx, 1978 in Waiblingen geboren, in Paris und Rösrath bei Köln aufgewachsen, spielte sechs Jahre am Dortmunder Schauspiel und erhielt 2006 den Dortmunder Förderpreis für junge Künstler. Sie war u. a. an den Theatern Bonn, Oberhausen, und an der Schaubühne Berlin engagiert. Sie hatte die Idee zur Dramatisierung von BÖSE SCHAFE und erstellte eine furiose Spielfassung die im September 2010 am THEATER DER KELLER in Köln mit ihr in der Rolle der Soja zur Uraufführung gelangte.
Nils Daniel Finckh, Jahrgang 1968, vor seinem Wechsel ins Regie-Fach Schauspieler am Staatstheater Stuttgart, an den Münchener kammerspielen und am Schauspielhaus Bochum, ist seit 2003 Regisseur am Hamburger Schauspielhaus und hat sich auch durch Projekte mit jugendlichen Laien einen Namen gemacht. Seine Inszenierung von Wedekinds "Frühlings Erwachen" 2005 am Hamburger Schauspielhaus wurde für das Berliner Theatertreffen nominiert.
Der Schauspieler (u.a. Sommer vorm Balkon, Fleisch ist mein Gemüse) und Regisseur Andreas Schmidt (z.B. Shakespeares sämtliche Werke, Danny And The Deep Blue Sea) leiht in Finckhs Inzenierung Harry seine Stimme.
Gastpielpremiere am 11. Februar 2012, 20 Uhr
Lesung am 12. Februar 2012, 11 Uhr
Katja Lange- Müller liest aus BÖSE SCHAFE, danach Gespräch mit der Autorin.
Nächste Spieltermine
| Demnächst wieder im Programm. |
Pressestimmen
"Johanna Marx schafft die Gradwanderung, Momente des Glücks und der Verzweiflung überwältigend direkt zu spielen und gleichzeitig darüber hinaus zu führen. An diesem von Niels Daniel Finckh sehr feinfühlig inszenierten Abend geht es auch darum, wie sich eine Frau über die Erzählung selbst definiert, Klarheit in ihr Leben bekommt und sich eine Zukunft erarbeitet."
die deutsche bühne
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"Eine intelligente Theaterarbeit mit Tiefgang und Humor"
Rheinkultur
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"Sie schafft es, das Publikum mit dieser Geschichte vom Lieben und Sterben in Berlin zu fesseln. Nur sparsam unterstützt von Musik, Projektion und Harrys Stimme aus dem Off, kommt Sojas Passion als 'amour fou' daher. Brutal kaputt, ohne Chance. Dabei aber unendlich zart, bedingungslos und bittersüß."
Kölnische Rundschau