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Der Herr Karl

von H. Qualtinger/ C. Merz

mit
Spieldauer
90 min
Regie
Joosten Mindrup
Bühne
Folker Ansorge
Kostüm
Cornelia Nier
Musik
Bardo Henning

Wien 1961. Der alternde Herr Karl ist als kleiner Lagerverwalter im Keller einer Feinkosthandlung gelandet. Statt die Cognacvorräte in den Regalen zu verstauen, widmet er sich ausgiebig dem Leeren der Flaschen.

Zwischen Salamistangen und Fischkonserven schaut er selbstgerecht auf sein bewegtes Leben zurück: Er wurschtelt sich durch die 30er Jahre, kämpft für Kommunisten oder Nazis – je nachdem wer am meisten zahlt.

Mit ordinärem Augenzwinkern plaudert Herr Karl von seinen Liebesabenteuern, hat auch während des Krieges seine Nase stets im richtigen Wind und läßt sich gern von seinen Ehefrauen aushalten. In dem scheinbar harmlosen Herrn Karl porträtieren die Autoren Helmut Qualtinger und Carl Merz mit boshaftem Wiener Schmäh den opportunistischen Mitläufer schlechthin – jovial und gemüthaft, charakterlos und käuflich.

"Der Herr Karl", das Denkmal des ewigen Kleinbürgers, ist die wohl berühmteste Theaterfigur der österreichischen Nachkriegsgeschichte.

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Presse

 "Anton Rattinger ist in Joosten Mindrups Inszenierung des anderthalbstündigen Monologs ein kongenialer Herr Karl. Dem Zuschauer ist abwechselnd zum Lachen, zum Grausen und zum Kotzen angesichts dieser Gestalt, wie man sie, weiß Gott, nicht nur in Österreich findet.

Wer eine Antwort auf die Frage sucht, warum die Massen Hitler folgten und bei der Judenhatz fröhlich mitmachten, braucht keine wissenschaftlichen Werke von Soziologen, Psychologen und Historikern lesen. Es reicht, sich den Herrn Karl zu Gemüte zu führen."

Jüdische Allgemeine Zeitung, Nr. 37/07, 12.09.07, S. 14
   


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