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Der Tod eines Bienenzüchters

von Lars Gustafsson, Bühnenfassung von Martin Jürgens

mit
Regie
Martin Jürgens
Ausstattung
Olga Lunow

Arbeit des Spielers M. am Text des Romans

„Das Leben ist am größten“, heißt es bei Bertolt Brecht. Das gilt erst recht, wenn man den Doppelsinn der nächsten Zeile ernst nimmt: „Es steht nicht mehr bereit.“ Brechts Kollege Lars Gustafsson, der große schwedische Schriftsteller unserer Tage (Berlin seit langem eng verbunden), hat mit seinem wohl bekanntesten Roman ein radikales memento mori geschrieben. „Der Tod eines Bienenzüchters“ ist zugleich eine hellsichtige Feier des Lebens.

In der Abfolge von Fragmenten aus den nachgelassenen Tagebüchern des Lars Westin, eines ehemaligen Lehrers in den ‚besten Jahren’ zeichnet sich nach und nach das Unausweichliche ab. Die Diagnose Krebs wird zunächst in der Wahrnehmung intimer körperlicher Veränderungen vorausgeahnt, dann – als der Brief des Krankenhauses eintrifft – mit einem hohen Aufwand an Selbsttäuschung verdrängt, bis es keine Ausflucht mehr gibt.

Die nüchterne Intensität und die leidenschaftliche Präzision des Textes reichen bis in die Details der Schmerzerfahrung, der haltlosen Hoffnung und der selbstironischen Erinnerung hinein; sie nehmen den Zuschauer mit, ohne ihn fertig zu machen, lassen ihn am Ende - das ist zu hoffen - in jener tröstlichen und eigensinnigen Klarheit zurück, mit der Westin seine letzten Eintragungen macht.

Uraufführung am 07. Januar 2010, 20 Uhr

Der Schriftsteller Lars Gustafsson wird zur Premiere anwesend sein.

So, 10. Januar 2010, 11 Uhr: Lesung und Gespräch mit Lars Gustafsson.

 

Aufführungsrechte: Jussenhoven & Fischer

Deutsch von Verena Reichel

Nächste Spieltermine

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Mo, 15. März, 20 Uhr Gustafsson/ Jürgens Der Tod eines Bienenzüchters
Di, 16. März, 20 Uhr Gustafsson/ Jürgens Der Tod eines Bienenzüchters
Do, 8. April, 20 Uhr Gustafsson/ Jürgens Der Tod eines Bienenzüchters
Fr, 9. April, 20 Uhr Gustafsson/ Jürgens Der Tod eines Bienenzüchters

Presse

"Wie Martin Molitor das spielt, ist atemberaubend. Sensibel und souverän in jeder Nuance, in der Balance zwischen ungeduldigem Probenton und tiefstem Erschrecken, zwischen trotzig-flüchtiger Heiterkeit und staunendem Ernst.
Die raffinierten Brüche der Figur und des Berichtes verschweißt der Schauspieler mit Leichtigkeit und Anmut, meidet jede Gefühligkeit und wahrt dabei hohe emotionale Spannung, oft im direkten Kontakt mit dem Publikum."

Christoph Funke,Tagesspiegel 09.01.2010

 

Amüsantes Protokoll vom Sterben

[...] "Statt auf deprimierende Weise immer wieder mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert zu werden, darf gelacht werden, wenn sich Volker, der Mann an Licht und Ton, und Schauspieler Martin Molitor kurze Anweisungen an die Köpfe werfen. Die lakonischen Einsprengsel sorgen für Probenfeeling, nehmen Krankheit und Tod zumindest für einen Moment die Schärfe.

Grandios, wie Martin Molitor die Rolle des Lars Westin spielt, indem er sich langsam an sie rantastet, quasi probeweise Angst und Wut überstreift und schaut, ob sie passen. Mit jedem Mal wird er mehr zum Todkranken, der sich kühl und sachlich erinnert. Weniger an die Familie, vielmehr an Stimmungen und Fantasien. Ein hervorragender, intensiver Abend ganz ohne Happyend."


Ulrike Borowczyk, Morgenpost, 15.01.2010


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