Zimmerschlacht

Ehepaare waren irgendwann einmal auch Liebespaare. Im besten Falle bleiben sie das, doch das ist eher selten: statistisch gesehen scheitert jede dritte Ehe- in der Großstadt sogar fast jede zweite. Und wer sagt, dass die, die zusammenbleiben, glücklich sind? Die einstige „große" Liebe scheint schleichend vom Alltagseinerlei erdrückt zu werden: man ödet sich an, leidet still vor sich hin oder streitet bis zur Eskalation.

Die Protagonisten von Martin Walsers „Die Zimmerschlacht", Felix und Tina Fürst - er ist Studienrat für Erdkunde, sie Hausfrau, beide Mitte Vierzig- finden sich genau an diesem Punkt wieder. Felix will der Einladung seines Freundes Benno nicht folgen, der mit seiner künftigen Frau imponieren möchte- einer Vierundzwanzigjährigen, mit „einer Brust, zu der man hinaufbellen möchte". Unter dem Vorwand, Benno einen Denkzettel verpassen zu müssen, da dieser seine Ex-Frau für eine Jüngere verlassen hat, schlägt er einen Abend in trauter Zweisamkeit vor - eine für beide völlig ungewohnte Situation. Doch dieser Plan geht nach hinten los: nach anfänglichem harmlosen Geplänkel bricht die „Zimmerschlacht" los, alsbald jagen sich Felix und Tina durch Himmel und Hölle ihres Ehelebens. Die beiden ersparen sich nichts. In einem erbarmungslosen Showdown entblößen sie gegenseitig die Lebenslügen des anderen. Sie überfordern sich dabei und kommen sich in ihrer Hilflosigkeit doch näher.



von Martin Walser

mit Ines Bartholomäus
Rainer Reiners

Regie Rainer Behrend †
Ausstattung Olga Lunow

Spieldauer 80 min

 

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