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Effi Briest

von Theodor Fontane, Bühnenfassung von Rainer Behrend

mit
Spieldauer
ca. 105 Minuten
Regie
Rainer Behrend
Ausstattung
Olga Lunow

Stückinhalt

EFFI BRIEST - Die Seifenoper einer Zwangsehe? Ehrenmord im 19. Jahrhundert? So oder ähnlich liest sich der Inhalt von Effi Briest:

Effis Ehemann, der das halbe Kind, das sie ist, geheiratet hat, verstößt seine junge Ehefrau nach einer verhängnisvollen Affäre. Den Nebenbuhler erschießt er zur Wiederherstellung seiner Ehre. Effi wird von ihrem Kind getrennt , ihre Eltern sagen sich von ihr los, und als Effi nach Jahren der völligen gesellschaftlichen Ächtung stirbt, rätseln ihre Eltern an ihrem Grab, ob sie nicht doch eine gewisse Mitschuld tragen. Doch der Vater beschließt jede weitere Diskussion mit einem: “Ach, Luise, lass... das ist ein zu weites Feld.”

Jeder Versuch, sich gegen Moral und Ehrenkodex zu stellen, ist zum Scheitern verurteilt und wird bestraft - mit Verbannung oder Tod. – So erlebt Effi Briest ihr Jahrhundert.

Wie heutig die Geschichte von gestern ist, zeigt die Dramatisierung der Novelle durch Rainer Behrend.

Nächste Spieltermine

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Di, 14. Sep., 20 Uhr Fontane/ Behrend Effi Briest
Mi, 15. Sep., 20 Uhr Fontane/ Behrend Effi Briest
Do, 16. Sep., 20 Uhr Fontane/ Behrend Effi Briest

Pressestimmen

"Spukende Chinesen

[...] mit Erfolg, denn der Regisseur meidet selbstherrliche Eingriffe und Deutungsversuche. Er bewahrt den Fluss der Erzählung, gibt ihr durch behutsame Überblendungstechnik von Figuren und Zeitabläufen szenische Struktur. In einem abgedunkelten, Weite atmenden Raum genügen vier Gartenstühle und die Schaukel, um Effis Geschichte zu erzählen (Bühne, Kostüme: Olga Lunow).

Behrend vertraut der Magie des Wortes in Bericht, Erzählung, Dialog, nichts drängt nach außen, die Vorgänge sind konzentriert, leben aus ihrer inneren Zwangsläufigkeit. Allein die Geschichte um den spukenden Chinesen ist weitergedacht – der Fremde, nun körperlich auftretend, wird zur Metapher für Verführung, Abenteuer, Freiheit, Todessehnsucht. Ruhe und Nachdenklichkeit herrschen, und umso aufrührender ist es, wie die Darsteller plötzliche Einbrüche von Irritationen in das von der Konvention Vorgegebene zeigen – Blitzschläge in ein festgefügtes System.

Joanna Castelli bringt eine Effi auf die Bühne, deren Munterkeit und Trotz von Anfang an eine ahnungsvolle Hülle bilden, Otto Strecker gibt dem Baron von In stetten nicht nur das Hölzerne des preußischen Beamten, sondern auch innere Unruhe und Verstörtheit. Eine gefährliche Jovialität zelebriert Rainer Reiners als Briest. Eine Aufführung, mit der die Vaganten ihren 60. Geburtstag selbstbewusst begehen dürfen.

Der Tagesspiegel, 12.2.09, Christoph Funke

" Effi Briest bei den Vaganten

[...] die kleine Aufführung kann sich sehen lassen. Die Merksätze der männlichen Sicht auf die "Weiber" sind so nachdrücklich als Pointen betont, dass sie immer wieder Gelächter ernten. Die Regie verknappt das Personal, verdichtet die Handlung und findet für schwierige Strecken wie Effis Premierenerfolg mit einem Liebhabertheater geschickte Lösungen. Ines Bartholomäus verkörpert die herbe, gutmeinend strenge Mutter. Otto Strecker ist als Innstetten sympathischer und weniger prinzipienreiterisch als er im Buche steht."


Morgenpost, PHG, Donnerstag, 12. Februar 2009
   


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