GLANZODERHARNISCH

Lesereihe des Studiengangs Szenisches Schreiben
der Universität der Künste Berlin

Zur Zeit nicht im Programm

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GLANZODERHARNISCH diesmal mit folgenden Texten und Autor*innen:

Warum wurden wir in dieser lächerlich schönen Welt geboren und nicht in einer anderen?

von Paula Kläy/ Guido Wertheimer

 

Dantx, Beatrix und Virgilix sind drei Dichter*innen, die sich die meiste Zeit in Dantx Einzimmerwohnung in Berlin-Neukölln aufhalten und sich bei Vodka Soda und Camel Blue Zigaretten über die Unzulänglichkeit ihres Daseins unterhalten. «Wir müssen uns in Zustände versetzen, um dann über diese Zustände schreiben zu können», benennt Beatrix eines Abends die mögliche Ausflucht aus der Lethargie. Währenddessen wird die Galerie in Pankow, in der gerade die Caprichos von Goya ausgestellt werden von einem Unwetter heimgesucht, das aus der Galerie raus auf die Straßen dringt und alles zu überschwemmen versucht, selbst die Spree verlässt ihre geordnete Bahn. Die Dichter*innen machen sich auf durch den Sturm, der kein Ende kennt.

Performance/ Lesung: Paula Kläy, Guido Wertheimer, Basil Zecchinel & Maximilian Rummel

Paula Kläy, Guido Wertheimer und Basil Zecchinel sind drei Freund*innen aus Berlin, die sich während ihrer Studien in Berlin kennengelernt haben. Ihre erste gemeinsame Arbeit Die Anatomie eines Hasen zeigten sie bereits 2021 auf der Vaganten Bühne. Mit dem Kollektiv Drama im CC erhielten sie eine Förderung von DRAUSSEN STADT für das Projekt Neue Dramatik X Jolly Roger. Ihre letzte Arbeit 28 Milliarden war im März 2022 an der HfS Ernst Busch zu sehen.

Erna

von Silvan Rechsteiner

 

 

Auszug aus einem Auftragsstück für das Theater Basel – Uraufführung im Mai 2023

Großmutter Erna ist alt und möchte sterben. Ständig redet sie vom Abkratzen, Abhauen und Davonhüpfen. Liebevoll streitet sie mit ihrer Familie und lebt dann doch Jahre weiter. Alle spielen Erna, deren Tochter und Ernas Enkelin. Und Erna spielt mit uns allen. Verwirrt, traurig und witzig.

Mit: Hannah Kohlmeyer, Svenja Peters & Maurice Läbe

Szenische Einrichtung: Marten Straßenberg

Dramaturgische Mitarbeit: Stephan Teuwissen

Silvan Rechsteiner ist in Basel geboren. In einem 1300-Seelen-Dorf an der Grenze zum Elsass aufgewachsen. Studiert Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. 2022 eingeladen zum Festival 4+1 am Schauspiel Leipzig und zum Forum Junger Theaterschaffender am Schweizer Theatertreffen. Diversen Werkstattinszenierungen und Veröffentlichungen seiner Texte. Unter anderem an der HfS Ernst Busch in Berlin, an der HfMT und im Nachtasyl des Thalia Theaters Hamburg. Zurzeit schreibt er das Stück "Erna" fürs Theater Public des Theater Basel.

Monologe. Grammatiken. Variationen.

von Giorgio Ferretti

 

 

Die Monologe variieren, um die Dimensionen des Blatts Papier zu überschreiten. Sich verhaspeln, um eine neue Grammatik zu finden. Kann sie aber rotiert werden? Selbstverständlichst.

Giorgio Ferretti ist 1990 in Lecco, Italien, geboren und wohnt seit 2014 in Deutschland. Seit 2019 studiert er am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Er hat an dem auftakt festival für szenische texte 2021 teilgenommen, wurde zum 25. Klagenfurter Literaturkurs 2022 eingeladen und er ist Teil des Verlagkollektivs hochroth Leipzig. Prosa, Lyrik, Essay und Dramatisches von ihm wurden in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht u.a. BELLA Triste, Glitter, Jenny, HotTopic!, Das Narr.

 

Wisst ihr, was ich meine

von Narayana Sieber

 

Ich bin vier Jahre alt und gefangen im Fahrstuhl. Suche nach einem Oberschenkel. Und dann sieben Jahre alt und Mama ist nicht da und dann zwölf und die Toilettentür des Basler Zoos geht nicht mehr auf. Angst. Immer diese Angst. Und irgendwann bin ich zwanzig und sitze am Küchentisch mit Mama und Papa und niemand isst von diesem scheiss Pilzrisotto. Wisst ihr, was ich meine?

Narayana Sieber ist 2000 in einem kleinen Dorf in der Schweiz aufgewachsen. Sie hat als Jugendliche angefangen, intensiv Theater zu spielen und studiert nun seit 2020 Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Diesen Winter ist Narayana in Berlin für ein Erasmussemester an der UdK in Szenischem Schreiben. Sie hat Lesungen gehalten und einige Kurztexte veröffentlicht, derzeit schreibt sie an einem längeren Prosaprojekt.

 

Inge

von Fabienne Lehmann

 

Auszug aus meinem Romanprojekt.

Wie erzähle ich eine Geschichte, die voller Lücken ist? Wie erzähle ich von einem Leben, bei dem ich selber nicht dabei gewesen bin? Inge ist die Geschichte eines Kriegskindes, einer Halbwaisen, Mutter, Freundin, Wissenschaftlerin, Arbeiterin, Ehefrau, Alkoholikerin und nicht zuletzt meiner Grossmutter. Es ist aber auch die Geschichte einer Familie, die in einem Land beginnt, das nicht mehr existiert, und bis ins heutige Seeland in der Schweiz reicht. Eine Geschichte von vier Generationen, die durch räumliche und zeitliche Distanz teilweise vergessen, dass sie eben diese Geschichte miteinander verbindet.

Fabienne Lehmann, 1996 in Biel geboren, studierte Geschichte und Religionswissenschaft in Basel. Nach dem ersten Bachelor of Arts schien es ihr vernünftig, noch einen zweiten dranzuhängen. Nun ist sie also seit 2020 am Literaturinstitut in Biel, wo sie sich gerne zwischen den Grenzen von Prosa, Lyrik und szenischem Schreiben umherbewegt. Zur Zeit ist sie ein Semester Gast an der UdK im Szenischen Schreiben. Ob es danach noch einen dritten Bachelor geben wird, ist zu bezweifeln. Wobei es sich in einer Kurzbiographie irgendwie gut machen würde.

GLANZODERHARNISCH ist die Lesereihe des Studiengangs Szenisches Schreiben der Universität der Künste Berlin. Die Autor:innen präsentieren Auszüge aus aktuellen Theatertexten in Zusammenarbeit mit Regiestudierenden der Hochschule Ernst Busch und Schauspielstudierenden der Universität der Künste als Szenische Lesungen.
Wir präsentieren GLANZODERHARNISCH als Teil unserer Reihe der WERKSTATTLESUNGEN.