MADAME KÖPENICK

Komödie von Guy Helminger

Eine Koproduktion des
Kasemattentheaters in
Luxemburg und der
Vagantenbühne

Zur Zeit nicht im Programm

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Publikumsnachgespräch

Am 9. Juni findet im Anschluss an die
Vorstellung ein Nachgespräch statt.

Zum Stück

Wilhelm Voigt, der "Hauptmann von Köpenick", starb vor 100 Jahren, am 3. Januar 1922, in Luxemburg. Dass er 1906 als Hauptmann verkleidet mit gutgläubigen Soldaten in das Rathaus von Köpenick eindrang und die Stadtkasse raubte, ist als Köpenickiade in die deutsche Sprache eingegangen und ist wohl am bekanntesten in Carl Zuckmayers Theaterstück von 1931 überliefert. Die Berliner Geschichte wurde zum Volksmythos, aber wie ging es weiter mit der Person Voigt? Ganz modern versuchte dieser, nach seiner Entlassung, Geld mit seinem plötzlichen Ruhm zu verdienen, produzierte eine Grammofonaufnahme, veröffentlichte Postkarten und ein Erinnerungsbuch, ging auf große Tournee und verkaufte Autogramme.

Als Voigt im Jahr 1909 nach Luxemburg kam, war er bereits 60 Jahre alt und hatte insgesamt 30 Jahre im Zuchthaus verbracht. Eigentlich war er nur auf der Durchreise, aber hier machte er, nach seinem Auftritt, Bekanntschaft mit einer jungen Witwe: Frau Émilie Blum-Bernier. Rasch wohnte er zur Miete bei Frau Blum. Luxemburg war ein neutrales Land und gewährt ihm Sicherheit vor den deutschen Behörden. Doch dass er seine letzten Lebensjahre dortblieb, dabei spielte diese Frau sicher eine wichtige Rolle. Ohne sie hätte der gelernte Schumacher wohl nie in Luxemburg Fuß gefasst. Sie war Dreh- und Angelpunkt, er selbst in alten Strukturen verfestigt. Während es über Frau Blum so gut wie keine persönlichen Aufzeichnungen gibt – ein kurzes Interview mit der sogenannten "Madame Köpenick" fand im Jahre 1935 statt – weiß man von Voigt, dass er gerne weiterhin in seiner erfundenen Uniform durch die Straßen lief. Hatte er die Bedeutung seiner Geschichte und den Grund seines Ruhms wirklich verstanden? Offensichtlich hatte er das Herz eines Darstellers, dem die Rolle wichtiger war, als die Wirklichkeit.

Der Luxemburger Autor Guy Helminger hat eine zeitgenössische und vielschichtige Beziehungskomödie über das Paar und seine Zeit geschrieben. Eine Zeit, die es in sich hat: Der 1. Weltkrieg, das Aufkommen der Suffragetten und des Feminismus, Erfindungen, die Spanische Grippe, Angst vorm Halley’schen Kometen, eine immer globalisiertere Öffentlichkeit ... – eine Zeit, die der unsrigen in vielerlei Hinsicht erstaunlich nah ist.

Als Koproduktion der Vagantenbühne Berlin und des Kasemattentheaters Luxemburg wird MADAME KÖPENICK  zunächst am 12. Januar 2022 in Luxemburg uraufgeführt und feiert am 03. Juni 2022 Premiere in Berlin.

Besetzung

mit
Brigitte Urhausen
Michael Schrodt

Autor Guy Helminger
Regie  Kay Wuschek
Bühne & Kostüme  Dagmar Weitze
Videoinstallation  Ernest Thiesmeier
Assistenz  Sara Goerres

Das Projekt wurde großzügig von der BOURSE EDMOND DUNE  untertützt. Die Bourse Edmond Dune wird vom Focuna und privaten Mäzenen finanziert.

 

Pressestimmen

„Aus diesem Aufeinandertreffen der sprachlich-koketten Ungestümheit einerseits und der körperlichen Ungestümheit andererseits entsteht eine sehr charmante, temporeiche Komik. Die sich angenehm abwechselt mit ruhigeren Szenen, denn eine zarte Liebesgeschichte ist dieses mit historischen Fakten durchzogene und durchaus feministische Lustspiel ja auch.“

– Katrin Pauly, Berliner Morgenpost, 09.06.2022

„Brigitte Urhausen und Michael Schrodt übernehmen in dieser Komödie nicht nur die Rollen von zwei historischen Figuren, sondern spielen auch zwei Schauspieler. Madame Köpenick ist ein Stück im Stück. Genau diese ständigen Perspektivwechsel, so wie auch die vielen Parallelen zwischen der damaligen und der heutigen Zeit, machen dieses Stück so spannend.“

– Sandy Elsen, RTL Television (Lëtzebuerg), 12.01.2022

„Feministisch, episch, klug: Guy Helmingers Komödie Madame Köpenick im Kasemattentheater reißt mit. […] Guy Helminger hat historische Fakten um den Hauptmann von Köpenick recherchiert und diese kunstvoll zu einer Komödie verwoben. Kay Wuscheks Inszenierung im Kasemattentheater vermag durch eine Reihe ausgefallener Regieideen mitzureißen. Michael Schrodt [und] Brigitte Urhausen erweisen sich als exzellente Besetzung vor dem Hintergrund einer gelungenen Kulisse […] die Doppelbödigkeit trägt bis zum Ende der kurzweiligen Inszenierung.“

– Anina Valle Thiele, Luxemburger Wort, 17.01.2022

„In seiner feministischen Metakomödie belichtet Guy Helminger den späten Lebenslauf des Hauptmanns von Köpenick aus der Perspektive seiner luxemburgischen Vermieterin, zieht Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und hinterfragt eine Geschichtsschreibung, in der Frauenfiguren oftmals nur am Rande stehen. […] brillant: Brigitte Urhausen […] Urhausen und Michael Schrodt schlüpfen dabei ständig in und aus ihrer Rolle, schimpfen mit der Regie, zanken sich […], während das schlichte Bühnenbild von Dagmar Weitze zeitgleich als historische Kulisse und Theaterbühne herhält […].“

– Jeff Schinker, tageblatt, 20.01.2022

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