Reinhard Scheunemann

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Montagslesung

- Literarische Streifzüge durch Berlin mit Reinhard Scheunemann -

Nein! Langsam! Langsam!
Reinhard Scheunemann liest Hans Siemsen
Am 8. April holt Reinhard Scheunemann mit Hans Siemsen einen zu Unrecht Vergessenen in die Vaganten-Montagslesung. Siemsen lebte in den 1920er Jahren als freier Schriftsteller in Berlin und wurde vor allem wegen seiner brillanten journalistischen Arbeiten (u.a. für die „Weltbühne“, das Berliner Tagblatt und das „Acht Uhr Abendblatt“) bekannt und geschätzt. Insbesondere im Bereich der Filmkritik leistete er Pionierarbeit, erregte aber auch durch seine lyrischen und essayistischen Skizzen Aufmerksamkeit. Er pflegte Kontakte zu zahlreichen Künstlern der Weimarer Republik, z.B. zu Joachim Ringelnatz, Asta Nielsen und Renée Sintenis. Seine homosexuelle Orientierung beeinflusste sein Werk auf vielfältige Weise und so engagierte er sich unter anderem als Journalist für die Abschaffung der Strafbarkeit homosexueller Handlungen. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme entging er nur knapp einer Verhaftung und lebte lange Jahre im französischen und amerikanischen Exil. Das Exil bedeutete zugleich seinen persönlichen wie literarischen Abstieg, sodass er bald weitestgehend in Vergessenheit geraten sollte.