Kleine Geschichte der Vaganten Bühne

    Im Februar 1949 von Horst Behrend und Günter Rutenborn gegründet, zogen die Vaganten, der Name war Programm (vagari, lat: wandern, umherschweifen) durch das Nachkriegsberlin. Ihr Ziel war es, mittels religiös orientierter Stücke eine christliche Botschaft auf unkonventionelle und bildhafte Weise zu vermitteln. Trotz anfänglicher materieller und finanzieller Schwierigkeiten gelang es den Mitwirkenden, durch ihren Idealismus und ihr Engagement das Publikum zu begeistern.
    In den folgenden Jahren begann sich der Spielplan inhaltlich zu erweitern. Werke zeitgenössischer Autoren der 50er und 60er Jahre, wie Wolfgang Borchert, Tennessee Williams, Jean Genet, Jean-Paul Sartre, Alfred Andersch, Jean Cocteau kamen hinzu.
    Mittlerweile sesshaft, seit 1956 bespielen die Vaganten die Kelleräume des Delphihauses in der Kantstraße, hatte das Theater zu einer Form gefunden, die im Nachhinein betrachtet, ganz im Trend der Kellertheater lag, die in den sechziger Jahren vielerorts nur so aus dem Boden schossen.Waren die sechziger Jahre geprägt durch innovative Inszenierungen wie z.B. Die große Landstraße von August Strindberg oder Mooneys Wohnwagen von Terson, wandelte sich Programminhalt und Publikumsstruktur in den späten siebziger Jahren. Studenten und Schüler machten jetzt einen Großteil des Publikum aus.

    Das Programm der Bühne, das auch klassische Werke (Goethe, Lessing, etc.) zeigte, ermöglichte ihnen zum einen eine interessante Umsetzung ihres Lehrstoffes, zum anderen übte aber auch die neue Spielform der Arenabühne, bei der die Zuschauer um die Spielfläche gruppiert waren, das teilweise Einbeziehen des Publikum, sowie die Enge und Intimität des Theaters seinen Charme auf die Besucher aus. Nach Horst Behrend, der im Jahr 1979 starb, übernahmen die Brüder Rainer und Jens-Peter Behrend die Leitung des Theaters. Mit einem jungen und engagierten Team wurde ein neues Spielplankonzept entwickelt, das auf drei Grundzügen basiert: anspruchsvolle, unterhaltsame Stücke und Komödien, Werke der klassischen Moderne, sowie zeitkritische und sozialrealistische Stücke zeitgenössischer Autoren.

    Drei Jahrzehnte später, kurz nach dem 60. Geburtstag der Vaganten, starb völlig unerwartet Rainer Behrend. Seither ist Jens-Peter Behrend als Hauptgesellschafter des als gemeinnützige GmbH geführten Theaters alleiniger Geschäftsführer.
    Das Anliegen der Vaganten Bühne ist es, neben der Förderung des künstlerischen Nachwuchses,  ein junges Publikum an das Theater heranzuführen. Ausserdem soll dem am Theater interessierten Publikum - hiermit sind auch ältere Besucher gemeint - die Begegnung mit guten Repertoirestücken ermöglicht  sowie neue Stücke in Ur- bzw. deutschsprachiger Erstaufführung vorgestellt werden.Dass diese konzeptionelle Ausrichtung vom Publikum angenommen wird, wird durch eine Platzauslastung von über siebzig Prozent bestätigt. Dieser Sachverhalt ermöglicht es der Vaganten Bühne, sich mit vielfältiger, engagierter Theaterarbeit in der größer gewordenen Konkurrenz der Berliner Theaterszene zu behaupten und diese mitzugestalten.  

     

    Eine Zeitreise in Bildern und Dokumenten

    Gründerjahre

    (Zum Vergrößern bitte auf die einzelnen Bilder klicken)

     Die Vaganten werden seßhaft...

     

    Die 60er und 70er Jahre

    Die beiden größten Erfolge der 60er und 70er Jahre: Borcherts "Draußen vor der Tür" (über 1000 Aufführungen), das u. a. auch in der Gedächtniskirche gespielt wurde und Frischs "Biedermann und die Brandstifter".

    Weiter unten: Eine begeistert angenommene Neuerung in den 70er Jahren, die Arenabühne: Die Zuschauer sitzen direkt um das Geschehen herum.

     

     

    Generationswechsel

    Nach dem Tod Horst Behrends 1979 übernehmen dessen Söhne Rainer und Jens-Peter Behrend die Leitung der Vaganten Bühne.

     

     

    Theater, Theater...