Schauspiel nach dem Roman von Anne Weber
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Ein biographisches Epos über Widerstand, Revolution, Deutungshoheit – und die komplizierte, widersprüchliche Realität dessen, was es heißt, eine „Heldin“ zu sein!
Anne Beaumanoir, genannt Annette, war vieles in ihrem Leben – Neurologin, antifaschistische Résistance-Kämpferin, Unterstützerin der Nationalen Befreiungsfront im algerischen Unabhängigkeitskrieg. Für das eine singt der Staat, in dem sie lebt, ihr ein Hohelied, für das andere verurteilt er sie zu zehn Jahren Haft. Nur scheinbar ein Widerspruch, sieht Annette doch Kontinuität: Kontinuität von Unterdrückung, von Widerstand, von Befreiung. Basierend auf dem Roman-Schrägstrich-Heldinnengesang von Anne Weber, der 2020 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde, untersucht Kathrin Mayr in einer Fassung von Clemens Mädge und mit den drei Spielerinnen Magdalene Artelt, Marie-Thérèse Fontheim und Anne Hoffmann das Leben dieser spannenden Person, baut Podeste auf, um sie wieder einzureißen, und stellt die Frage: Was heißt es, über andere zu erzählen? Wer hat die Deutungshoheit über „Heldentum“?
mit
Magdalene Artelt, Marie-Thérèse Fontheim, Anne Hoffmann
Regie Kathrin Mayr
Bühne und Kostüme Johanna Bajohr
Fassung & Sound Clemens Mädge
Dramaturgie Lea Mantel
Regieassistenz Alexander Schatte
Licht Janis Willhausen, Frederik Wohlfarth
Dauer 100 Minuten
Magdalene Artelt und Anne Hoffmann im Gespräch mit Dramaturgin Daniela Guse
DG: Was macht es für euch so besonders die Geschichte von Anne Beaumanoir auf der Bühne zu erzählen?
AH: Erstmal ist es immer etwas besonderes einen Stoff nach einer real existierenden Person zu erzählen, die ja auch erst vor wenigen Jahren verstorben ist. Die Verantwortung für die Erzählung eines Erbes ist immer spürbar im Probenprozess und auch während der Aufführungen. Einmal wartete jemand nach einer Vorstellung auf uns Schauspielerinnen um uns zu erzählen, dass er ein Freund von Anne Beaumanoir ist und er sie in unserem Abend sehr wiedererkannt hat und sich ihr sehr nahe gefühlt hat.
So nahe kommt das Theater dem echten Leben ja gar nicht so oft. Diese Momente sind für mich magisch und sinnhaft.
“Regisseurin Kathrin Mayr inszeniert Anne Webers preisgekrönten Roman über Annette Beaumanoir an der Vagantenbühne – klug und präzise. […] Magdalene Artelt, Marie-Thérèse Fontheim und Anne Hoffmann […] sind derart präsent, dass sofort ein Sog entsteht. […] Auf der Bühne stehen mehrere Aspekte eines Menschen, die miteinander argumentieren, streiten, auch mal zögern, zweifeln - um dann doch wieder vorwärts zu stürmen im Namen der Gerechtigkeit."
- Georg Kasch, Berliner Morgenpost, 10.04.2024
"So elegant und feinfühlig wie die Vorlage erweist sich auch die Inszenierung von Kathrin Mayr in der Vagantenbühne."
- Uwe Sauerwein, Kulturvolk Blog, 15.04.2024