© Matthias Horn

Die Brücke von Mostar

von Igor Memic

Übersetzung: John Birke

Termine

Im einen Moment träumst du mit deinen Freund*innen von der Zukunft. Und plötzlich ist Krieg.

Zum Stück

Stari Most – die Alte Brücke spannt sich seit 1566 über den Fluss Neretva und verbindet den katholischen mit dem muslimischen Teil Mostars. Mina, Leyla und Sasha wachsen in ihrem Schatten auf. Am Tag des Springens, an dem sich jährlich junge Männer todesmutig und doch kunstvoll von der Brücke ins Wasser stürzen, beginnt die Liebesgeschichte von Mili und Mina. Doch dann platzt in das Leben der vier Freund*innen plötzlich der Krieg und zerstört mit ihren Zukunftsträumen auch die Brücke. Aus früheren Nachbarn werden Feinde und Mina, Mili, Leyla und Sasha kämpfen ums Überleben.

Igor Memic erzählt auf anrührende Weise vom Bosnienkrieg und von vier jungen Menschen, die aus ihrem Alltag gerissen und auf deren Häuser plötzlich Bomben geworfen werden. Er erzählt auch davon, wie sie trotz der neuen Realität versuchen dem Leben die schönen Seiten abzutrotzen und zusammen zu halten, während um sie herum plötzlich die ethnische Herkunft bestimmt, wer leben darf und wer sterben soll. 

Fabian Gerhardt inszeniert Igor Memićs Stück mit Schauspielstudierenden des 4. Jahrgangs der Universität der Künste Berlin. Mit ihrer unbändigen Energie erwecken sie die fünf Protagonist*innen zum Leben und zeigen, was es bedeutet, wenn ein Krieg Menschen immer aus dem Leben reißt.

Besetzung

Mit: 
Sera Chioma Ahamefule, Clemens Bobke, Azaria Dowuona-Hammond, Pablo Moreno Pipino de Andrade, Louis Romeu

Regie Fabian Gerhardt
Bühne Lars Georg Vogel
Kostüme Kaja Busch
Musikalische Einstudierung und Arrangement  Miša Cvijović
Dramaturgie Daniela Guse
Licht  Janis Willhausen, Frederik Wohlfarth

Dauer: 70 Minuten (keine Pause)

Pressestimmen

"Die Stärke des Stücks – und der Inszenierung von Fabian Gerhardt – ist die Konsequenz, mit der aus jugendlicher Perspektive vom Einbruch der Katastrophe in den Alltag erzählt wird. (…) Seine Protagonistinnen und Protagonisten überzeugen sowohl mit jugendlicher Leichtigkeit, Albernheit und Verliebtheit, als auch im Stadium der Verzweiflung über die Willkür der Gewalt, der sie ausgesetzt werden."

– Patrick Wildermann, Tagesspiegel, 10.09.25, hier gehts zur Kritik

"Fabian Gerhardt inszeniert Igor Memics Stück über den Bosnien-Konflikt mit einem starken, jungen Team an der Vagantenbühne. (…) Alle Darsteller waren zur Zeit des Krieges noch nicht geboren, sie sind Schauspiel-Studierende im vierten Jahrgang. Ein Sprung ins kalte Wasser ist die Aufführung für sie jedoch nicht. Sie wissen, was sie da spielen, in einer gelungenen Mischung aus jugendlicher Coolness und Nachdenklichkeit."

– Uwe Sauerwein, Berliner Morgenpost, 10.09.25, hier gehts zur Kritik