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Indien

Tragikomödie von Josef Hader & Alfred Dorfer

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Dernière: 01.07.2023

Der kleinbürgerliche Heinz Bösel und der unermüdliche Besserwisser Kurt Fellner finden sich unbeabsichtigt auf einer gemeinsamen Tour durch die Lande wieder. Nein, es geht nicht ans Meer und schon gar nicht nach Indien. Die beiden Kontrolleure sind auf Dienstreise in der Provinz unterwegs und prüfen die Einhaltung von Hygienevorschriften in den Gasthäusern.

Das ungleiche Paar entdeckt mal im Alkohol, mal im Schikanieren der Wirtsleute und immer in der Vorliebe für deren Bestechungsgeschenke seine Gemeinsamkeiten. Darüber hinaus sehen sie sich bei ihren Trips durch die Gasthäuser auf engstem Raum mit dem jeweils Anderen konfrontiert. Zwei Lebenswelten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, prallen aufeinander. Aus der erzwungenen Nähe entsteht bald eine freundschaftliche und aus den Wirtshausdialogen entwachsen unversehens lebensbestimmende Fragen: Woher kommen wir und wo gehen wir hin? Woran soll man glauben? Und was ist überhaupt der Sinn des Ganzen?

Als schließlich die Fahrten durch die Provinz ein jähes und schmerzhaftes Ende nehmen, halten Bösel und Fellner auch weiterhin zueinander – mit Galgenhumor und einem unbeirrbaren Glauben an die Wiedergeburt nach dem Tod.

Für die Tragikomödie «Indien» taten sich mit Josef Hader und Alfred Dorfer zwei der populärsten Kabarettisten Österreichs zusammen. Hader, der 2017 mit «Wilde Maus» sein Debüt als Filmregisseur gab, verfasste gemeinsam mit Alfred Dorfer auch das Drehbuch zu der mehrfach ausgezeichneten Verfilmung von «Indien» (1993), in der die beiden Autoren in die Rollen ihrer Protagonisten Bösel und Fellner schlüpften.

Pressestimmen

Dass Regisseur Lars Georg Vogel den Wiener Schmäh an der Vaganten Bühne durch schwäbische und schweizerische Mundart ersetzt, tut der Freude keinen Abbruch. Jürgen Haug als Bösel und Urs Stämpfli als Fellner sind so gut in ihren Rollen, dass man die berühmten Vorbilder bald auszublenden vermag. In Vogels eigenem Bühnenbild, das mit einfachen Holztischen und ein paar hängenden Brettern fürs Wirtshaus-Kolorit auskommt, nimmt die berührende Annäherung zwischen zwei ziemlich verlorenen Seelen ihren Lauf. Mit Senita Huskić als Sidekick in wechselnden Rollen balancieren Haug und Stämpfli ihre Figuren vorbei an jeder Rührseligkeit ins Finale.

Patrick Wildermann, Spielplan. Das Magazin der Theatergemeinde Berlin. 10/19

Die Stärke dieses Stücks liegt in der Gegensätzlichkeit der Figuren, und zu sehen sind an diesem Abend zwei Schauspieler, die genau darin hervorragend miteinander harmonieren. (…) In einem schlichten hölzernen Gaststuben-Einheitsbühnenbild und unterstützt von Senita Huskić, die alle weiteren Rollen übernimmt, wird aus dem filmischen Roadmovie ein grimmig-derbes Kammerspiel.

Katrin Pauly, Berliner Morgenpost, 27.02.2019

Eine krachendkomische Komödie mit zwei grandiosen Widersachern, die sich nichts schenken. Da fliegen die Fetzen und es klatschen die Schmalzbrote. Es macht einen Heidenspaß, den beiden grantelnden und zickenden Männern zuzusehen, wie sie eine gemeinsame Sprache finden, trotz ihrer unterschiedlichen Dialekte. Und wenn die Komödie tragisch wird, dann hat man sie schon ins Herz geschlossen.

Nicole Haarhoff, Berliner Ansichtssachen, 28.02.2019

Besetzung:
Melissa Anna Schmidt
Natalie Mukherjee
Urs Stämpfli
Julian Trostorf
Regie, Bühne und Kostüm:
Lars Georg Vogel
Dramaturgie:
Fabienne Dür
Musik:
Joachim von Gerlach
Licht:
Janis Willhausen
Ausstattungsassistenz und
Technische Assistenz
Antonia Siems
Dauer:
ca. 90 Minuten (keine Pause)
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