Die verlorene Ehre der Katharina Blum

oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann

nach Heinrich Böll

Premiere

  • Dienstag, 14. Februar, 20 Uhr
    (ausverkauft)

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Zum Stück

"Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich", beginnt Nobelpreisträger Heinrich Böll seine 1974 erschienene Erzählung. Er beschreibt feinsinnig die Absurditäten der Berichterstattung und mit Katharina Blums Schicksal ein Medienspektakel als altbundesrepublikanischen Vorläufer des heutigen Shitstorms.

Katharina Blum gerät als "Person der Zeitgeschichte" in die Aufmerksamkeit der Presse, weil sie einem gesuchten Verbrecher bei der Flucht geholfen haben soll. Im Laufe der Ermittlungen werden Aussagen von ihr aus dem Zusammenhang gerissen, Zeug*innenberichte falsch zitiert und ihre Privatsphäre in der Öffentlichkeit aufs Gröbste ausgebreitet, bis sie schlussendlich bei einem geplanten Interview in ihrer Wohnung einen Journalisten erschießt.

Theaterautor Clemens Mädge setzt in seiner Bearbeitung für die Vagantenbühne den Fokus auf den Druck unter dem Katharina Blum steht und die psychische Gewalt, der sie als junge Frau in einem Umfeld aus männlichen Ermittlern, Journalisten und Verehrern ausgesetzt ist. Dabei lässt er zwei Journalisten Jahre nach Katharina Blums Tat erneut auf das Geschehene blicken und zieht so geschickt Parallelen ins Heute.

Besetzung

Regie Kathrin Mayr
Fassung Clemens Mädge
Bühnen & Kostümbild Amelie Müller
Dramaturgie Fabienne Dür
Musik Clemens Mädge
Regieassistenz & Abendspielleitung Alexander Schatte
Technische Leitung & Licht Malte Hurtig
Bühnentechnik Henry Mampe

mit

Magdalene Artelt, Daniel-František Kamen & Nils Malten